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„Kultur macht nicht reich, nicht schön und nicht satt. Aber ohne sie würden wir noch auf Bäumen hocken.“ – Das hat mal irgendein kluger Mensch gesagt, der Kultur als das begriffen hat, was es vielen auch heute noch bedeutet: eine Bereicherung des Alltags. Kultur hat oft mit Kreativität zu tun. Und darin spiegelt sich auch das, was Menschen mögen und was Menschen schön finden. Die Malerei, die Bildhauerei, die Fotografie zeigen uns deutlich, wie sich Schönheitsideale verändern oder wie sich Menschen mit ihren ganz persönlichen Schönheitsbegriffen von dem unterscheiden, was gerade gesellschaftlicher Konsens ist. Ob es nun die Bilder von Peter Paul Rubens sind, die Skulpturen von Fernando Botero oder die kunterbunten Nanas von Niki de Saint Phalle – es gibt eine Menge Kunstwerke, die einen anderen Blick auf die Welt und auf die Menschen haben. Und die oft gerade deshalb so erfolgreich waren oder sind. Schönheitsideale verändern sich wie Modetrends. Erstaunt stehen wir heute vor den Fotos französischer Models der fünfziger Jahre. Sie gehörten heute locker zu den Frauen mit deutlich erhöhtem BMI, die allerorten vor den Gefahren üppigen Körperumfangs gewarnt werden. In den sechziger Jahren gab Twiggy den Ton an – wahrlich ein zartes „Zweiglein“, das den ersten Diät-Boom in Europa in Gang brachte. Und viele langjährige dicke Karrieren dazu. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends gilt wieder die Kultur – oder Diktatur – des übermäßigen Schlankseins, vor allem in der so genannten westlichen Welt. Nach und nach überziehen wir auch den Rest der Welt mit diesem Schönheitsideal. „Wir exportieren Körperhass“ hat die amerikanische Anti-Diät-Autorin Susie Orbach einmal gesagt. Die Kunst dagegen nimmt sich Freiheit. Maler, Bildhauer, Fotografen, manchmal auch Musiker und Theaterautoren stellen dicke Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Halt! Fetisch! rufen da schon die ersten Kritiker(innen). Aber – ist es nicht genauso erlaubt, runde Formen zu mögen wie schmale? Barockes genauso wie Gotisches? Zu dicker Kultur hat sicher jede und jeder eine eigene Meinung. Gut, dass es sie überhaupt gibt. Meinen wir. An dieser Stelle wird eine Textsammlung zu "Dicken in der Kultur" entstehen. |